Behandlungen

Hinweis:

Bei den nachfolgend aufgeführten Behandlungen (Kassenleistung) ist die Regelbehandlungszeit mit angegeben. Diese Zeiten beziehen sich auf die Durchführung der Therapiemaßnahme am Patienten. Die Vor- und Nachbereitung (wie z. B. Aus- und Ankleiden) ist Bestandteil der Behandlung.

Klassische Massagetherapie

Manuelle, mechanische Anwendung der Massagegrundgriffe Streichungen, Knetungen, Friktionen, Klopfungen (Erschütterungen) und Vibration sowie deren Kombination und Variation:

• zur Lösung von Adhäsionen (wie Verklebungen) in Gleit und Schiebegeweben zwischen Haut, Unterhaut, Muskel und Bindegewebe,
• zum Abtransport schmerzerzeugender Substanzen
• zur Anregung des Muskelstoffwechsels
• zur Einwirkung auf das Gefäßsystem
• zum Einwirken auf Proprio- und Mechanorezeptoren mit Normalisierung des Muskeltonus
• zur reflektorischen Beeinflussung von Durchblutung und Muskeltonus und zur Schmerzhemmung.

Regelbehandlungszeit: 15 bis 20 Minuten

Bindegewebsmassage

Massagetechnik zur Diagnostik und Behandlung von krankhaft veränderten Bindegewebszonen

Regelbehandlungszeit: 20 bis 30 Minuten

Segmentmassage

Modifizierte Griffe und speziell weiterentwickelte Griffvariationen mit Knetungen, Friktionen und Vibrationen mit Erfassung aller Gewebeschichten zwischen Haut und Periost (Knochen).

Regelbehandlungszeit: 15 bis 20 Minuten

Periostmassage

Punktförmig, rhythmisch ausgeführte Druckmassage über dem Periost (Knochen).

Regelbehandlungszeit: 15 bis 20 Minuten

Colonmassage

Analwärts gerichtete Druck- und Gleitbewegungen an bestimmten Punkten des Abdomens (Bauches).

Regelbehandlungszeit: 15 bis 20 Minuten

Manuelle Lymphdrainage

Manuelle Massagetechnik mit systematischer Anordnung und rhythmischer Folge von Drehgriffen, Schöpfgriffen, Pumpgriffen sowie stehenden Kreisen und Spezialgriffen zur:

• Abflussförderung der interstitiellen Flüssigkeit über Lymph- und Venengefäßsysteme sowie Gewebsspalten
• Steigerung der Lymphangiomotorik
• Lockerung fibrosklerotischen Bindegewebes
• Hebung des Parasympathicotonus.

Teilbehandlung: 30 Minuten
Großbehandlung: 45 Minuten
Ganzbehandlung: 60 Minuten

Kompressionsbandagierung

Kompressionsbandagierung einer Extremität

Spezielle Kompressionsbandagierung im Anschluss an die Lymphdrainage und der gegebenenfalls notwendigen Bewegungstherapie zur Erhaltung und Sicherung der Effekte der Behandlung.

Übungsbehandlung

Entsprechend dem Befund ausgewählte Behandlung mit passiven, aktiv und aktiv-passiv geführten Übungen, Widerstandsübungen einschließlich isometrischer Spannungsübungen.

Regelbehandlungszeit: 30 bis 45 Minuten

Krankengymnastik nach Bobath (bis Vollendung des 18. Lebensjahres)

Krankengymnastische Behandlungsmethode (nach Bobath) zur:

• Hemmung pathologischer Entwicklungen
• Bahnung physiologischer Bewegungsmuster
• Verbesserung der Motorik, Sensorik, Psyche und Sprachanbahnung
• Ausnutzung der Stimulationsmöglichkeiten (Plastizität) des Gehirns
• Verbesserung der zentralen Kontrolle

Regelbehandlungszeit: 15 bis 20 Minuten

Krankengymnastik nach Bobath und PNF (nach Vollendung des 18. Lebensjahres)

Krankengymnastische Behandlungsmethode (nach Bobath) unter Ausnutzung der natürlich vorhandenen Bahnungs- und Hemmungsmechanismen des Nervensystems zur:

• Hemmung pathologischer Entwicklungen
• Bahnung physiologischer Bewegungsmuster
• Verbesserung der Motorik, Sensorik, Psyche und Sprachanbahnung
• Ausnutzung der Stimulationsmöglichkeiten (Plastizität) des Gehirns
• Verbesserung der zentralen Kontrolle

Regelbehandlungszeit: 25 bis 35 Minuten

Manuelle Therapie

Teil der manuellen Medizin auf der Grundlage der Biomechanik und Reflexlehre zur Behandlung von Dysfunktionen der Bewegungsorgane mit reflektorischen Auswirkungen
Manuelle Therapie beinhaltet die aktive und passive Dehnung verkürzter muskulärer und neuraler Strukturen, die Kräftigung der abgeschwächten Antagonisten und Gelenkmobilisationen.

• mobilisiert Gelenke durch Traktion oder Gleitmobilisation
• wirkt auf Muskulatur, Bindegewebe und neurale Strukturen
• kräftigt abgeschwächte Muskulatur
• wirkt auf Gelenkrezeptoren, Sehnen- und Muskelrezeptoren durch Hemmung oder Bahnung

Regelbehandlungszeit: 15 bis 25 Minuten

Traktionsbehandlung

Behandlung mit dosierter Zugkraft auf die Gelenke der Extremitäten und der Wirbelsäule. Die Wirkung der Traktion bestimmt der Physiotherapeut durch Kraftansatz, Zugrichtung und durch entsprechende Gelenkstellung.

Die Traktion:
• mindert den Druck und entlastet die Gelenke
• entlastet ggf. komprimierte Nervenwurzeln
• detonisiert Muskeln

Regelbehandlungszeit: 10 bis 20 Minuten

Elektrotherapie

Elektrotherapie/ -behandlung mit individuell eingestellten Stromstärken und Frequenzen unter Verwendung von galvanischen Strömen, niederfrequenten Reizströmen und mittelfrequenten Wechselströmen.

Galvanische Ströme werden angewendet bei lokalen Schmerzen, funktionellen und organischen Durchblutungsstörungen.
Niederfrequente Impulsströme werden angewendet bei den umschriebenen Schmerzen, nicht entzündlichen akuten / subakuten Ödemen und bei Hämatomen.
Mittelfrequente Wechselströme finden ihre Anwendung bei lokalen Schmerzen, Muskelschwäche, Muskelverspannungen und erhöhtem Sympathikustonus.

Regelbehandlungszeit: 10 bis 20 Minuten

Hydroelektrisches Teilbad

(Zwei-/Vierzellenbad)

Unmittelbare Erwärmung durch strahlende Wärme zur:

• arteriellen Hyperämie, Stoffwechselsteigerung, dadurch auch -entzündungshemmend
• Muskeldetonisierung
• Verbesserung der Dehnfähigkeit von bindegewebigen Strukturen
• reflektorischen Reaktion auf innere Organe
• Schmerdämpfung
• vegetativ/psychischen Entspannung die großflächiger Wärmeapplikation
• Wirkungssteigerung beim Einsatz anderer physikalischer Maßnahmen

Regelbehandlungszeit: 10 bis 20 Minuten

Fango

Behandlung durch Wärmeleitung mittels erhitzter Peloide (hier Fango) bei:

• Schmerzen im Bereich des Bewegungssystems (bei Akzeptanz intensiver Wärme)
• Muskelverspannungen, insbesondere Rücken und große Extremitätengelenke
• Störung der Dehnfähigkeit muskulärer und bindegewebiger Strukturen
• Störung der Durchblutung und des Stoffwechsels

Regelbehandlungszeit: 20 bis 30 Minuten

Heiße Rolle

Behandlung durch mit heißem Wasser getränkten aufgerollten Frotteetüchern mit starker Wärmeintensität und der Möglichkeit gleichzeitiger mechanischer Beeinflussung der Haut bei:

• Schmerzlinderung
• positiven Beeinflussung von subakuten und chronischen mesenchymalen Entzündungen und Reizungen
• Lösung von Gewebsverklebungen, Gewebeauflockerungen lokalen Muskeldetonisierung

Regelbehandlungszeit: 10 bis 20 Minuten

Kältetherapie (Eis)

Behandlung mit lokaler Applikation intensiver Kälte zur:

• Dämpfung von Entzündungen
• Herabsetzung der Nervenleitgeschwindigkeit mit Hemmung der Nozizeptoren
• Anregung der Aktivität der Muskelspindeln mit Muskeltonuserhöhung bei kurzzeitigem Kältereiz
• Minderung der Aktivität der Muskelspindeln mit Muskeltonuserhöhung bei länger dauerndem Kältereiz

Regelbehandlungszeit: 5 bis 10 Minuten

Marnitztherapie

Die Marnitz-Therapie ist eine Sonderform der klassischen Massage zur Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparates. Man arbeitet dabei überwiegend mit kleinflächigen, punktförmigen Griffen und dringt langsam in die tieferen Gewebsschichten ein, um auf reflektorisch veränderte Gewebsbezirke einen länger dauernden Druck und damit Heilreiz auszuüben.

Bereits durch relativ geringe Dehn- und Zugreize kann dabei eine ausreichende therapeutische Wirkung auf das Bindegewebe erzielt werden. Muskelhartspann und hieraus resultierender Muskelschmerz klingen ab. Der Dehnreiz am Muskel muss aber so dosiert werden, dass der reflektorische Gegenspann umgangen und doch ein genügender Druck auf die Muskelspindel erreicht wird. Da nicht alle Muskeln gleichermaßen vom schmerzhaften Muskelhartspann betroffen sind, sondern dieser segmentbezogen auftritt, muss der Behandler die entsprechenden Schmerzzonen aufsuchen und in bestimmter Reihenfolge behandeln. Die Griffe der Marnitz-Therapie werden mit den Fingerkuppen oder mit dem Daumen ausgeführt. Die Finger oder Daumen dringen langsam anschwellend in die Tiefe und werden am Wirkungsort bei gleichbleibendem Druck soweit bewegt wie es die Haut zulässt. Dadurch werden übermäßige Irritationen und Reibungen auf der Haut vermieden.

Die Kombination der Marnitz-Therapie mit Mobilisationen, Dehnungen und Bewegungstherapie macht diese Behandlungsform zur komplexen Behandlung. Der Therapeut muss individuell nach Symptomatik der Erkrankung die Griffe dort einsetzen, wo sie den besten Effekt und die größten reflektorische Wirkung entfalten, ohne zu schaden.

Indikationen
Allgemeine Indikationsgebiete, entsprechend der Befunderhebung Funktionelle Bewegungseinschränkungen auf Grund tendomuskulärer Dystonien Arthromuskuläre Beschwerden des Bewegungsapparates mit Hartspannzonen Tendomyosen und damit verbundene Schmerzzustände (Kopfschmerz, Lumbalsyndrom,…) Posttraumatische und / oder postoperative Funktionsstörung des Bewegungsapparates.

Verordnung
Verordnung als Marnitz Therapie oder als klassische Massage möglich (Absprache mit dem Therapeuten/Arzt) Einzelne Grifftechniken, können in alle Behandlungen integriert werden Kombination mit Thermischen Anwendungen (Fango, Kryoth., …) Elektrotherapie, Krankengymnastik oder anderen Maßnahmen, ist bei entsprechendem Befund möglich. Sollte aber nach der Marnitz Therapie stattfinden, da sonst, unter Umständen, der Befund verfälscht wird.

Indikationen
Allgemeine Indikationsgebiete, entsprechend der Befunderhebung Funktionelle Bewegungseinschränkungen auf Grund tendomuskulärer Dystonien Arthromuskuläre Beschwerden des Bewegungsapparates mit Hartspannzonen Tendomyosen und damit verbundene Schmerzzustände (Kopfschmerz, Lumbalsyndrom,…) Posttraumatische und / oder postoperative Funktionsstörung des Bewegungsapparates.

Lymphödem Patienten

Fußreflexzonentherapie

Seit Jahrtausenden werden in verschiedenen medizinischen Kulturen vor allem in der Schmerztherapie Techniken angewandt, die davon ausgehen, daß es zwischen bestimmten Hautzonen und inneren Organen Zusammenhänge gibt.

1913 entwickelte der amerikanische Hals-Nasen-Ohren-Arzt William Fitzgerald die Grundlagen einer Zonenmassage, indem er den menschlichen Körper in zweimal fünf Längszonen einteilte, die von den Finger- bis zu den Zehenspitzen verlaufen. Nach dieser These könne von jeder Stelle einer Zone aus mittels alle Organe erreicht werden, die in dieser Zone liegen. Von Fitzgeralds Modell ausgehend, entwickelte die amerikanische Masseurin Eunice Ingham das Konzept der “Fußreflexzonenmassage”. Sie meinte, dass der gesamte Körper im Fuß repräsentiert sei und sich eine Massage der entsprechenden Stelle auf das zugehörige Organ auswirke.

Indikationen
• Rückenbeschwerden
• Verdauungsbeschwerden
• Vegetative Störungen
• Beschwerden im weiblichen Zyklus
• Schmerzlinderung
• Zur allgemeinen Entspannung

Kontraindikationen
• Erkrankungen infektiöser Art
• Entzündungen im Venensystem
• Entzündungen im Lymphsystem
• Risikoschwangerschaften

Schröpftherapie

Das Schröpfen ist eine traditionelle Therapiemethode und zählt zu den ausleitenden Verfahren. Dabei werden Schröpfgläser auf die Haut gesetzt und darin Unterdruck erzeugt. Durch diesen Unterdruck soll eine Ausleitung von Schadstoffen über die Haut erreicht werden.

Der Unterdruck wird erzeugt, indem die Luft im Schröpfkopf erhitzt und dieser sofort auf die Haut des Patienten gesetzt wird. Beim Abkühlen vermindert sich der Luftdruck im Schröpfkopf. Alternativ kann der Unterdruck durch eine Absaugvorrichtung im Schröpfglas erzeugt werden.

Neben dem normalen ("trockenem") Schröpfen gibt es auch das "blutige Schröpfen", bei dem die Haut etwa fünf Millimeter tief eingeritzt wird, bevor man das Glas aufsetzt – eine Art Aderlass also.

Das Verfahren stammt aus dem klassischen Altertum und war in ähnlicher Form auch bei den alten Chinesen bekannt. Die theoretische Grundlage war, dass eine Erkrankung auf ein Zuviel an schlechten Säften im Körper zurückzuführen ist, und diese sollen von den Schröpfköpfen abgesaugt werden.

Schröpfen hilft gegen eine Vielzahl von Beschwerden

• Migräne
• Entzündungen
• Rheuma
• Tinnitus
• Asthma
• Pleuritis
• Verstopfung
• Menstruationsbeschwerden
• Durchblutungsstörungen/chronische Kopfschmerzen
• Juckreiz
• Lungenkrankheiten
• Bandscheibenprobleme
• Hexenschuss
• Gelbsucht/Nierenschwäche
• Bluthochdruck

Die Schröpfgläser werden meistens am Rücken aufgesetzt und verbleiben etwa 15 Minuten auf der Haut. Nach der Behandlung spürt der Patient eine länger anhaltende Wärme an den geschröpften Punkten.

Medical-Kinesio-Taping

Medi-Taping® ist eine relativ junge Therapie, die Mitte der 90er Jahre aus Japan zu uns gekommen ist. 1970 brachte der japanische Arzt und Chiropraktiker Kenso Kase ein elastisches Band auf den Markt, das er Kinesio-Tex nannte.

Kinesiologie bedeutet Bewegung und Tape Band.
In Deutschland hat diese Therapieform eine Weiterentwicklung erfahren und wurde Medi-Taping® genannt.Tapes werden schon lange in der Physiotherapie verwendet. Sie dienen dazu, die beklebten Körperpartien still zu legen und Gelenke zu fixieren. Im Gegensatz dazu, soll beim Medi-Tape® die Beweglichkeit nicht eingeschränkt werden, sondern ist ausdrücklich erwünscht und für den Heilungserfolg unerlässlich.

Die Tapes werden nach Befund auf bestimmten Körperbereichen mit einer bestimmten Technik, die der Therapeut in Kursen erlernen muss, aufgebracht und sollen möglichst lange dort verweilen. In den meisten Fällen kommt es zu augenblicklicher Beschwerdefreiheit der betroffenen Stellen, auch bei lang andauernden Beschwerden und nachweislichen Substanzdefekten (Beispiel Lähmungen nach Schlaganfall).
Über die Wirkweise des Medi-Tapes® kann man bis jetzt nur spekulieren, zumal noch ganz allgemein weitgehend Unwissenheit über Schmerzausbreitung und Schmerzverarbeitung herrschen. Es wird jedoch angenommen, dass das Tape folgende Einflüsse auf den Körper hat:

• auf die Sensoren der Haut
• auf die Schmerzrezeptoren
• auf die Meridiane und Akupunkturpunkte
• auf die Muskelansätze und Muskeln
• auf die Gelenkfunktionen
• u.v.m.

Unsere Haut ist unser Kontaktorgan zur Außenwelt. Alle Arten von Einflüssen werden dort „gespürt“ – Druck, Wärme, Strahlung – über Sensoren in der Haut. Das Aufbringen eines Tapes, egal elastisch oder fest, beeinflusst die Sensoren und Schmerzrezeptoren der Haut.

Durch Medi-Tape® wird die Haut in Falten gelegt und angehoben und dadurch eine bessere Zirkulation aller Stoffwechselprodukte im Unterhautzellgewebe gewährleistet.

Schmerzende Muskeln und Gelenke werden im Allgemeinen vom Patienten nicht viel oder gar nicht bewegt. Das führt an betreffender Stelle aber zu zusätzlicher Stauung von Stoffwechselgiften. Ein gut bewegter Muskel wird gut durchblutet und damit werden auch alle Belastungen ausgeschwemmt. Da das Tape die Schmerzen nimmt, der Kranke sich ungehindert bewegen kann, werden die körpereigenen Heilungstendenzen beschleunigt.
Nachweislich sind Sehnen, die in der Heilungszeit bewegt worden sind, reißfester, als stillgelegte. Auch die Gelenk“schmiere“ wird durch Bewegung erzeugt, so dass auch hier die Beweglichkeit von großer Bedeutung ist.
Im Gegensatz zum Skelett ist die Muskulatur nicht bildlich (Röntgen) darzustellen und so sind Fehlfunktionen nicht zu erkennen. Tatsache ist aber, dass die meisten Wirbelsäulenprobleme muskulären Ursprungs sind, durch verkrampfte oder erschlaffte Muskeln. Das Medi-Tape® wirkt hier, je nach Bedarf, anregend oder beruhigend auf den Muskel, indem es quasi eine Dauermassage bewirkt. Die Weiterentwicklung durch Dr. Sielmann legt einen besonderen Schwerpunkt auf die Erkenntnis, dass die meisten Patienten eine Blockierung des Kreuzbein-Darmbeingelenkes haben, welches die gesamte Statik beeinflusst und so zu Fehlbelastungen führt. Hier wird bei Medi-Tape® im Sinne einer dauerhaften Beschwerdefreiheit begleitend therapiert, um Rückfälle nach dem entfernen des Tapes zu verhindern.

Indikationen
HWS-Syndrome, Kopfschmerz, Migräne, Tinitus, Epicondilytis, Carpaltunnel-Syndrom, Kiss-Syndrom, Skoliosen, Fersensporn, Beeinflussung innerer Organe, Ischialgie, Diskusprolaps, Harninkontinenz, Cox- und Kniearthrose, MS-Spätfolgen, Muskelteilrupturen, Gelenkdistorsion, Thrombophlebitiden, Lymphödem (obere und untere Extremität), Polyneuropathie, Apoplexspätzustände, verschiedene Schmerzzustände u.v.m.

Beckenbodengymnastik

Der Beckenboden ist eine handtellergroße, handtellerdicke Muskelplatte, die sich zwischen Schambein und Steißbein befindet. Er besteht aus drei Lagen. Die Muskelfasern der drei Lagen verlaufen jeweils quer zueinander.

Ein wohl trainierter, aktiver Beckenboden kann Blasen- und Gebärmuttersenkungen, Inkontinenz und Hämorrhoiden und deren Begleitbeschwerden verhindern oder lindern. Die Bedeutung des Beckenbodens für den Rücken ist groß. Der Grund: Die innerste Schicht des Beckenbodens zieht die ganze untere Beckenöffnung zusammen. Dadurch öffnet sich der obere Rand des Beckens. Das Becken wird weiter, wie ein Trichter. Im Kreuz öffnen sich die Beckenkämme, schaffen mehr Raum für die Kreuzbeine, die Lendenwirbel und das Steißbein. Gleichzeitig werden die Hüftgelenke zusammengezogen. Eine Wohltat für alle Menschen, die an Arthrose leiden.
Durch regelmäßige Beckenbodengymnastik lernt man, diese Muskeln willentlich anzuspannen und zu entspannen. Ein Erfolg ist häufig schon nach einigen Wochen zu spüren. Die Erfolgsaussichten hängen ab von der Dauer der Beckenbodenschwäche, von der Beschaffenheit des Bindegewebes und natürlich von der Intensität des Trainings. Außerdem wirkt sich die Beckenbodengymnastik auch auf den Rest des Körpers aus. Rückenschmerzen können gelindert werden, die ganze Körperhaltung gewinnt an Spannkraft. Der erstarkte Beckenboden gibt nicht nur der Blase wieder neuen Halt, sondern gleich dem ganzen Menschen.

Stressinkontinenz
Stressinkontinenz ist die häufigste Form der Harninkontinenz (ungewollter Harnabgang). Stress bedeutet in diesem Fall nicht Ärger oder seelische Belastung, sondern einfach Druck: Während man beispielsweise niest, steigt kurzzeitig der Druck in der Blase an. Ist die Beckenbodenmuskulatur kräftig, hält sie Blase, Gebärmutter und die anderen Organe des kleinen Beckens an ihrem Platz. Die Harnröhre wird kräftig geschlossen und der Urin kann leicht gehalten werden. Sind Beckenbodenmuskulatur und Bindegewebe jedoch schwach, hängen die Organe des kleinen Beckens durch. Sie senken sich nach unten und die Harnröhre wird kürzer. Der Muskel, der die Harnröhre umgibt, ist dem Druck der Blase nicht mehr gewachsen und gibt schon bei geringer Belastung wie Lachen, Niesen, Husten oder Gehen nach.

Etwa sechs Millionen Menschen in Deutschland leiden an Harninkontinenz. Bei den über 60-jährigen Frauen und Männern sind es etwa 50 Prozent. Schon unter den jüngeren Frauen sind ungefähr 15 Prozent betroffen, denn Schwangerschaften und schweres Heben belasten Bindegewebe und Beckenbodenmuskulatur. Auch Übergewicht vergrößert den Druck auf den Beckenboden.

Faszientechnik

Faszien werden umgangssprachlich auch als Bindegewebe bezeichnet. Sie sind Gewebefasern, die unseren ganzen Körper durchziehen und der Aufrechterhaltung der Körperspannung dienen. Dabei sorgen sie dafür, dass alles im Körper „an seinem Platz“ und stabil ist.

Die Faszien sind ein sensibles System, das bei vielen Menschen verdreht, verklebt und verfilzt ist. Verdickte Faszien klemmen Nerven ein. Häufig geht auch die Geschmeidigkeit des Bindegewebes durch einen zu geringen Wassergehalt verloren.

Die Ursachen dafür liegen oft in einem ungesunden Lebensstil, falscher Belastung, Bewegungsmangel und ungesunder Ernährung. Auch ständiger Stress wirkt sich negativ aus. Als Folge treten Beschwerden auf, die vom „kleinen Zipperlein“, über Unwohlsein und fehlender Beweglichkeit bis zu sehr starken chronischen Schmerzen reichen.

Die Lösung des Problems liegt in der Faszientherapie. Sie setzt einerseits auf Körperübungen und andererseits auf gezielte Massage.

Mit Körperübungen werden die langen Faszienketten gedehnt. Durch äußere Stimulierung (Massage) der Faszien werden Verklebungen und Verhärtungen gelöst. Dadurch kann auch wieder der Wassergehalt im Bindegewebe steigen.